Der Körper eines Pferdes kann mit dem eines Athleten verglichen werden. Im Zentrum für eine gute athletische Leistung steht unter anderem auch das Herz-Kreislauf-System mit dem Herzen als Pumpe, die für eine adäquate Durchblutung aller Organsysteme zuständig ist. Funktioniert jene Pumpe nicht mehr richtig, so resultiert daraus eine Leistungsinsuffizienz. Diese kann in fortgeschrittenem Stadium auch dazu führen, dass das Pferd selbst bei geringer Anstrengung aus dem Atem kommt. Noch schlimmer: Es kann zu lebensbedrohlichen Situationen führen.
Bei sportlicher Aktivität und aufgrund der Größe der Pferde muss das Herz eine erhebliche Arbeit leisten: So pumpt es ca. 1L Blut pro Herzschlag, was bedeutet, dass es innerhalb von 40 Sekunden das gesamte Blutvolumen einmal durch den ganzen Körper pumpt. Und das alles mit einem Gewicht von gerade einmal 4 – 4,5 kg bei einem 600 kg schweren Pferd. Das Herz muss hierfür regelmäßig und kräftig kontrahieren. Dafür ist eine gute elektrische Kommunikation zwischen den Vorhöfen und Herzkammern zwingend notwendig.
Doch was passiert, wenn das Uhrwerk nicht gut funktioniert?
Auch bei den Pferden können Herzarrhythmien vorkommen und für gesundheitliche Probleme sorgen. Zum Glück kann man in der Veterinärmedizin durch Wirkstoffe oder elektrische Impulse versuchen, die physiologischen Vorgänge des Herzens so zu beeinflussen, dass die wichtigste Pumpe des Körpers wieder seinen Rhythmus findet.
Für die Diagnostik dieser Erkrankungen werden die Pferde zunächst klinisch untersucht. Ein Elektrokardiogramm wird angefertigt, um allfällige Arrhythmie zu erfassen und ihre Art zu bestimmen. Ein Herzultraschall wird ebenfalls durchgeführt, um strukturelle Veränderungen oder andere Erkrankungen des Herzens darzustellen.
Wird zum Beispiel ein Vorhofflimmern diagnostiziert, stehen zwei Therapiemöglichkeiten zur Auswahl:
Medikamentöse Kardioversion
Der Wirkstoff Chinidinsulfat wird dem Pferd über einen bestimmten Zeitraum systemisch verabreicht. Durch die Hemmung der Natrium- und Kalium-Ionenkanälen innerhalb des Herzens werden die elektrischen Signale so verändert, dass der Rhythmus neu eingestellt wird.
Hier ein paar Eindrücke von einer in unserer Klinik durchgeführten Kardioversion mit Chinidinsulfat:



Alternativ kann die TVEC (Transvenöse elektrische Kardioversion) in Vollnarkose durchgeführt werden. Diese Methode wird nur in ausgewählten Universitätskliniken angeboten.