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Häufige Fragen
Worauf ist bei einer Stute in Geburt zu achten und wann muss eingegriffen werden? Drucken

Der »sichtbare« Teil der Geburt dauert nicht sehr lange. Die Austreibungsphase beträgt ca. 10 Minuten. Die Stute legt sich meistens hin und presst im Liegen. Zuerst sind die Füße des Fohlens sichtbar. Der Kopf liegt zwischen den Vorderbeinen. Ist das nicht der Fall und der Kopf erscheint zuerst, dann sollte sofort ein Tierarzt verständigt werden. Das Fohlen kann auf diesem Wege nicht zur Welt gebracht werden.

Normalerweise zerreist die Fruchthülle über dem Fohlen. Wenn sich die Fruchthülle noch über der Nase des Fohlens befindet, sollte sie so schnell wie möglich entfernt werden, da es sonst nicht atmen kann.

Dauert das aktive Pressen der Stute länger als 15 Minuten, so liegt voraussichtlich eine Geburtsstörung vor und die Lage, Stellung, Haltung des Fohlens muss von einem Tierarzt korrigiert werden.

 
Wie sieht der Zeitplan des Fohlens nach der Geburt aus? Drucken

Das Fohlen ist innerhalb von kürzester Zeit in Brust-Bauch-Lage und macht erste Aufstehversuche nach ca. 10 min. Nach ca. einer halben Stunde sollte es ganz stehen können. Der Saugreflex beginnt meistens schon im Liegen. Nach dem Aufstehen erfolgt sofort die Suche nach dem Euter. Nach ca. 1 Stunde sollten die ersten Schlucke genommen werden.

Das Kolostrum (Biestmilch) ist die ersten 12-16 Stunden verfügbar und ist lebensnotwendig für das Fohlen. Im Kolostrum befinden sich für das Fohlen lebensnotwenige Antikörper, die auch nur die ersten 12-16 Stunden über den Darm aufgenommen werden können. Danach produziert die Stute »normale« Milch, die aber nicht für den Immunschutz ausreichend ist.

Läuft bei der Stute Tage vor der Geburt die Milch, ist davon auszugehen, dass das gesamte Kolostrum schon abgelaufen ist und zum Zeitpunkt der Geburt nur »normale« Milch im Euter ist. Dann müssen dem Fohlen die fehlenden Antikörper durch eine Plasma-Infusion künstlich zugeführt werden.

 
Wann sollte die Nachgeburt der Stute abgegangen sein? Drucken
Die Nachgeburt muss innerhalb von 1 Stunde nach der Geburt abgegangen sein. Sollte das nicht der Fall sein, ist ein Tierarzt zu verständigen. Je länger die Nachgeburt in der Gebärmutter sitzt, desto höher ist die Gefahr der Endotoxämie. Giftstoffe werden produziert, gelangen in die Blutbahn und stellen eine große Gefahr für eine Hufrehe dar.
 
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